Mosaik aus Wald und Wasser auf der Finnischen Seenplatte, das Richtung Norden zunehmend durch Moorflächen unterbrochen wird

Klimawandel im Norden — das Waldgrenzökoton im Fokus der Wissenschaft

Lösungsansatz Wald

1 Lösungsansatz Wald

Dass sich die Umwelt anthropogen bedingt im Wandel befindet und Maßnahmen zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen ergriffen werden müssen, ist kaum noch abzustreiten. Während der UN-Klimakonferenz in Warschau wurden daher Verhandlungen bezüglich eines neuen Klimaabkommens sowie der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen geführt und im Rahmen der REDD1-Initiative explizit das Thema Waldschutz diskutiert. Eine Verringerung von Rodungsflächen sowie die aktive Pflanzung und damit verbundene Ausweitung von Waldflächen sollen zum einen Klimagas-Emissionen durch Abholzung entgegenwirken, aber auch als natürlicher und kostengünstiger Weg fungieren, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu binden (BMU 2013). In den letzten Jahren ist die boreale Zone aufgrund ihrer weitläufigen Wälder und großflächigen Permafrostvorkommen daher zunehmend ins Zentrum klimaorientierter Betrachtungen gerückt. Sie repräsentiert im Gehölzanteil der Biomasse einen potentiellen Kompensator erhöhten atmosphärischen Kohlenstoffes (IPCC (1) 2014; IPCC (2) 2014; Bonan et al. 1992) und kann gleichzeitig die Treibhausgasbilanz im Falle einer Permafrostdegradation und Ausweitung der Moorflächen nachhaltig belasten (Alm 1997; Jorgenson et al. 2001; Lawrence/Slater 2005). Bisher ist in diesem Zusammenhang jedoch noch relativ unerforscht, inwieweit die Ökozone auf klimatische Änderungen reagiert und welches Resultat daraus für die globale Kohlenstoffbilanz entstehen wird. Es ist beispielsweise möglich, dass sich die Waldgrenze nordwärts verschiebt und einer Vermoorung des Untergrundes entgegenwirkt (Callaghan et al. 2002; Alm 1997; Grace et al. 2002). Hier setzt die derzeitige Forschung an und versucht fundierte Kenntnisse über das komplexe Wirkungsgefüge zu erhalten und eventuelle Reaktionen des borealen Waldes auf klimatische und ökosystemare Änderungen abzuschätzen.

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